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Zum 200. Geburtstag von Friedrich Ladegast

Ladegast-Orgel Merseburg: Weihekonzertprogramm 1855

Friedrich Ladegast war einer der bedeutendsten deutschen Orgelbauer der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Speziell mit seiner ersten Großorgel, derjenigen im Dom zu Merseburg, setzte er neue Maßstäbe im Orgelbau und beeinflusste damit zugleich die Entwicklung der Orgelmusik: Franz Liszt und sein „Adlatus“ Alexander Winterberger erkannten die neuen sinfonischen Möglichkeiten des Orgelklangs sofort und schufen mit ihren folgenden Werken die Grundlage für eine neuartige Behandlung der Orgel im sinfonischen Sinne – eine Entwicklung, die ein halbes Jahrhundert später in den gigantischen Orgelwerken Max Regers einen Gipfelpunkt erreichen sollte und gleichberechtigt neben dem französischen orgelsinfonischen Konzept steht, für das der Orgelbauer Aristide Cavaillé-Coll die Grundlagen geschaffen hatte.

Friedrich Ladegast wurde am 30. August 1818 in Hochhermsdorf, einem Dorf in der Mitte zwischen Leipzig, Dresden und Chemnitz, geboren – die Musikwelt gedenkt anno 2018 also seines 200. Geburtstages. Aus diesem Anlass erscheinen beim querstand-Label zwei CDs, die das Programm des jeweiligen ersten Konzertes an zwei der großartigsten Ladegast-Orgeln beinhalten: Neben der bereits erwähnten Orgel im Dom zu Merseburg ist eine zweite Domorgel vertreten, nämlich diejenige in Schwerin.

Zudem stehen insgesamt vier Konzerte an, je zwei in jedem Dom, wobei derjenige in Schwerin beginnt: Zunächst spielt der Schweriner Domorganist Jan Ernst am 15. August 2018 um 19.30 Uhr dort das erste Konzertprogramm „seiner“ Ladegast-Orgel vom 3. Oktober 1871, danach an gleicher Stelle am 22. August 2018 ebenfalls um 19.30 Uhr als Gast der Merseburger Domorganist Michael Schönheit das erste Merseburger Konzertprogramm vom 26. September 1855. Im September 2018 kehrt sich die Struktur dann um, und beide Konzertprogramme erklingen in Merseburg im Rahmen der Merseburger Orgeltage, dort allerdings beide an einem Abend: Am 12. September 2018 spielt zunächst um 19.00 Uhr Michael Schönheit das Merseburger Programm von 1855 und danach 21.30 Uhr Jan Ernst das Schweriner Programm von 1871.

Alle vier Konzerte und auch die CD-Aufnahmen haben zwar die Ladegast-Orgeln im Fokus, sind aber nicht auf diese beschränkt: Im 19. Jahrhundert waren gemischte Programme üblich, und so sind auch in diesen beiden Fällen Gastsänger und -instrumentalisten mit von der Partie gewesen und folglich auch in den aktuellen Rekonstruktionen dabei.

 

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Zur Website der Merseburger Orgeltage

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