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Falsche Glocke, Kern und Mantel

Claus Peter: Die Glocken der Stadt Mühlhausen/Thüringen

1722 gründete Johann Christoph Rose in Apolda eine Glockengießerei und legte damit den Grundstein für einen der bedeutendsten Wirtschaftszweige der thüringischen Kleinstadt. Etwa 50.000 Glocken haben in den drei Jahrhunderten die Werkstätten von Rose, Schilling und Ulrich verlassen und den Namen der Stadt in buchstäblich alle Welt getragen. 1952 wurde zudem ein Glockenmuseum gegründet, das dem Besucher nicht nur theoretisch Wissenswertes vermittelt, sondern ihm auch ganz praktisch die Klangwelt der Glocken erschließt.

Das Jubiläum „300 Jahre Glockenguss in Apolda“ bildet nun den Anlass für eine Sonderausstellung unter dem Titel „Falsche Glocke, Kern und Mantel“, die im Rahmen einer Festwoche in der Alten Glockengießerei in Apolda eröffnet wurde und dort noch jeweils an den Wochenenden bis zum 7.8.2022 zu sehen ist.

Die Erfassung von Glocken, Glockenstühlen und zugehörigen technischen Anlagen wie Turmuhren ist ein hochspannender Zweig der Kulturgeschichtsforschung. Claus Peter hat dies für die Glocken der Stadt Mühlhausen im Nordwesten Thüringens getan und seine Erkenntnisse in einem gleichnamigen Buch niedergelegt. Das Geläut in der Divi-Blasii-Kirche gehört trotz einiger Verluste im Zweiten Weltkrieg immer noch zu den bedeutendsten historischen Geläuten Mitteldeutschlands (die älteste Glocke stammt von 1281) – und auch einige in Apolda gegossene Exemplare finden sich in Mühlhausen.

 

Zur Webseite des Glockenmuseums Apolda

 

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