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Der MDR und das Meer

MDR Edition 19: Ralph Vaughan Williams – A Sea Symphony

Das Genre der Sinfonie galt bereits im Laufe des 19. Jahrhunderts als ausgereizt, und so mancher Tonschöpfer, der sich fragte, was man nach Beethoven da noch komponieren solle, wich der direkten Konfrontation aus, wodurch beispielsweise das (Sub-)Genre der Sinfonischen Dichtung entstand. Erst Anton Bruckner und Gustav Mahler hoben die Sinfonie noch einmal auf einen Sockel ungeahnter Größe, damit aber das 20. Jahrhundert abermals vor die Frage stellend, was man da jetzt noch tun solle.

Einige Komponisten fanden ganz unterschiedliche Antworten auf diese Frage, so der vor 150 Jahren, am 12.10.1872, geborene Brite Ralph Vaughan Williams, der 1910 eine riesige Kantate für Chor, Solisten und Orchester auf Texte von Walt Whitman schuf und diese Komposition „A Sea Symphony“ nannte. Zu seiner Sinfonie mit der Ordnungszahl 1 wurde dieses Werk dann erst im nachhinein, und obwohl bis zu seinem Tod 1958 letztlich noch acht weitere Sinfonien folgten (und der Komponist somit zum weiteren Exempel für das nach Mahlers Tod geäußerte Bonmot Arnold Schönbergs wurde, dass kein großer Sinfoniker über seine jeweilige Neunte hinauskäme, was erst von Dmitri Schostakowitsch nachhaltig durchbrochen wurde), blieb „A Sea Symphony“ doch eines der markantesten und meistgespielten seiner Werke. MDR-Sinfonieorchester und MDR-Rundfunkchor haben es unter der Leitung von Dennis Russell Davies erst unlängst, im Mai 2022, aufgeführt, und bereits 2007 hatten sie sich, damals unter Stabführung von Howard Arman, dem Werk gewidmet, wobei letztgenannte Aufführung auch auf SACD/Stereo-Hybrid-CD konserviert worden ist.

 

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